Die Geschichte des kleinen Mallard, und was er mit den Seiten hier zu tun hat
....es begab sich also vor langen Zeiten, daß ein kleiner Erpel (denn Mallard bedeutet nichts anderes) im mittleren Bereich des damaligen W-Germany das Licht der Welt erblickte. Seine Heimatstadt hatte weniger Hochhäuser, aber dafür mehr Schornsteine, und war damals das gebräuchlichere Frankfurt. Schon kurz nach dem schlüpfen verschlug es ihn dann in die entferntesten Regionen dieses Erdenrunds, was ihn zeit seines Lebens geprägt hat – für Enten (die bekanntlich einigermaßen oft lange reisen unternehmen) allerdings auch nichts ungewöhnliches. Das kleine Erpelchen durfte so mach einiges erleben, von Revolutionen in westafrikanischen Ländern über Vulkanausbrüche in Südostasien bis hin zu drängelnden Golf-Fahrern auf den Autobahnen Deutschlands.
Letzteres Erlebnis – das ihn am tiefsten erschütterte - widerfuhr ihm allerdings lediglich häufiger, nachdem er sich ein seinem Naturell entsprechendes 4-rädriges Gefährt gesucht hatte. Etwas schrullig, altmodisch eingestellt, nicht besonders spritzig, sondern eher gemütlich und bei gutem Wetter einfach besser drauf sollte es sein. Sein Herz verloren hat er dann, als er einmal zu spät zum Rudern (was hätte es sonst sein können?) gekommen war. Der Honda CRX, der ihn sonst mitnahm, war schon weg – dafür keuchte ein skurriles, schrulliges, altmodisch anmutendes – nicht besonders spritzig, sondern eher gemütlich und scheinbar für gutes Wetter geradezu prädestiniertes Gefährt um die Ecke. Der Conducteur dieses seltsamen "Dinges" erbot sich an (da er ebenfalls zu den Ruderern des Nassovia Höchst (der Name ist kein Scherz) gehörte) den kleinen, verloren auf dem Parkplatz seiner Alma Mater stehenden Erpel mitzunehmen. Dieser willigte notgedrungen ein (Papa’s 5er BMW war grad in Beschlag, und von daher nicht nutzbar) und sollte als Bekehrter dem skurrilen Gefährt entsteigen. Geprägt wurde er besonders von dem melodiösen Gebrumm aus den vorderen Bereichen des Gefährtes (erst später sollte er es als den Gesang der sich verabschiedenden Radlager wiedererkennen), dem lustigen klappern der komischen kleinen Fensterchen und der scheinbaren überlegenen – fast an Lichtgeschwindigkeit erinnernden – v.max der anderen Verkehrsteilnehmer. Auch die in der tat für erstmalige Mitfahrer besorgniserregende Kippneigung des Vehikels wirkte sich in diesem falle Positiv auf die Entscheidungsfindung aus.
Das kleine Erpelchen hatte nämlich zu diesem Zeitpunkt bereits seinen rosa Lappen (der Führerschein damals war nicht mehr grau, dafür aber auch noch nicht aus Plastik), und war nun drauf und dran ein für das mit Ach und Krach hoffentlich bestandene Abitur versprochene Automobil in den handelsüblichen Postillen herauszusuchen (Oldtimer Markt, Rubrik MG T-Serie oder Triumph 4, etc. p.p.).
Die Fahrt mit der (er sollte die genaue Bezeichnung erst später erfahren) rot-weißen Dolly führte ihn auf den Pfad der Tugend und seine Eltern zum Kopfschütteln. Allerdings war versprochen nun mal versprochen, und zum Abi standen dann Besichtigungen bei einigen Personen an, die aus unerfindlichen Gründen ihre "Ente" (denn so wurde dieses Gefährt landläufig genannt, was ja dem Erpelchen außerordentlich gefiel) abstoßen wollten. Die erste selbständige Fahrt wurde in einer Taubenblauen unternommen, wobei der Besitzer den kleinen Erpel ob seines Umgangs mit dem Vehikel lobte, und bereits Erfahrungen mit dem Entchen unterstand – was aber nicht den Tatsachen entsprach. Es war vielmehr von Anfang an ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit – einige würden vielleicht sogar von einer Art Symbiose sprechen...
Die Taubenblaue sollte es dann aber doch nicht werden.
Der nächste Kontakt mit dem Volant des Citroen 2CV (er hatte weiter dazugelernt!) fand dann 20 Kilometer von seinem Heimatorte entfernt. Knallrot stand sie in der Sonne und funkelte ihn verschmitzt aus ihren viereckigen Augen an, verzog dabei den Plastikgrill schelmisch nach oben und blähte ihr eingerissenes und verblichenes Verdeck kokettierend in den stahlblauen Himmel. Sie war außerdem unverschämt teuer, hatte (was erst später dem dann stolzen Besitzer gezeigt wurde) bereits kosmetische Eingriffe im unteren Bauchbereich hinter sich (und das im zarten Alter von 4 Jahren...) und war dermaßen ausgelutscht, daß es Jahre der nachträglichen Wiedereinfahrung bedurfte, bevor sie halbwegs den 120 nahekam (was seine späteren Weggefährten mehr als einmal verärgerte) und dabei weniger als 9 Liter sich genehmigen wollte.
Kurzum: Die oder keine!
Der Vater des Erpelchens trennte sich unter verkneifen einiger Tränen von seinem sauer verdienten Geld, und die Heimfahrt mit dem neuerworbenen Familienmitglied konnte erfolgen. Schon nach wenigen Kilometern sollte schon die erste (aber fürwahr nicht letzte) unheimliche Begegnung der dritten Art stattfinden. Beim einfädeln auf die Autobahn spielte der Seitenspiegel dem Entenfahrer-Novizen einen Streich, wobei (was er jedoch erst im nachhinein von einem noch sehr nervösen Vater mit immer noch zittriger Stimme erfahren durfte) der stolze Deuchist beinahe einem von hinten heranbrausenden Mercedes als zusätzliche Kühlerfigur gedient hätte.
Egal – eine Einstellung, die sowohl Vater wie auch Sohn im laufe der Zeit die Ente betreffend erst noch erlernen mußten...
Es folgten dann schon in rascher Folge ausgedehnte Touren von dem Erpelchen und seiner mittlerweile nun Civie getaufte Begleitung in entfernte Regionen (womit wir wieder z.T. bei den einleitenden Worten wären), per Zufall die Teilnahme an ihrem ersten Welttreffen (Haslital 1991) und die ersten Treffenerfahrungen auf nationaler Ebene.
Österreich 2001: oder auch Kroatien 2001:
, nur um einige schöne (und vergrößerbare) Bildchen zeigen zu können...
Irgendwann dann, es ist nun auch schon wieder über 10 Jahre her, packte das Erpelchen seine Siebensachen, und verlegte seinen Wohnsitz von den Gestaden des Mains und dem Taunusrand an die Gestaden des Rheins und den Schwarzwaldrand.
Die Freiburger Epoche war angebrochen.
Nun war es allerdings zu der Zeit auch so, daß an dem etwas schrulligen, altmodisch eingestellten, nicht besonders innovativen und in der Tat wirklich dem guten Wetter nicht abgeneigtem Institut der Ur- und frühgeschichtlichen Archäologie der Albert Ludwigs Universität zu Freiburg, wo es sich das Erpelchen bequem gemacht hatte, ein weiterer Entenfahrer sein Unwesen trieb. Dieser – von seinen Eltern aus unerfindlichen Gründen Guido genannter – hatte nun per Zufall eines Tages auf seiner Rückfahrt aus dem heimischen Ruhrgebiet (o.k. – dafür wird er mich vermutlich schlagen, aber es braucht ihm ja keiner sagen, daß ich Düren als Teil des Ruhrgebietes sehe) mehrfach die zu der Zeit ebenfalls von ihrer Heimatregion wieder nach Freiburg zurückkehrenden Mallard und Civie auf der A5 überholt (sie haben Pinkelpausen eingelegt – ich nicht – und ich bitte zu bedenken, daß wir damals mit durchschnittlich 90 km/h auf der Bahn unterwegs waren...).
Tags drauf traf man sich unvermittelt wieder, als eine neue Grabungskampagne in der frühmittelalterlichen Bergbauregion Sulzburg anlief, und selbig oben genannter Guido zu spät eintrudelte. Er bat den Grabungsleiter, sein "Auto" im Innenhof des Institues parkieren zu dürfen. Man stelle sich die Überraschung des kleinen Erpelchens vor, als der durchaus wiedererkennbare 2CV des Kommilitonen dann um die Ecke bog (links übrigens ein Bild des Erpelchens bei der "Arbeit").
Mit diesem Tage brach nun eine immer noch sporadisch gepflegte Freundschaft an (Guido mußte uns vor einiger Zeit ob der Arbeitsplatzsituation schändlichst Verlassen), und gleichzeitig glimmerte der 2CV-Club Freiburg am fernen Horizont auf.
Es ist eigentlich schwer Verständlich, wenn man durch die Straßen Freiburgs wandelt, aber bis zum Entscheidenden 9.12.1993 (Jahaaa!! Wir sind jetzt 9 Jahre alt! Nächstes Jahr lassen wir die Korken knallen) hatte sich keiner dazu genötigt gefühlt, sich um die vielen Enten in der Stadt zu bemühen...
Vor neun Jahren war es dann soweit: abends um 20:00 Uhr traf man sich zum ersten mal - blöderweise in der Innenstadt, wo die Parkplatzsituation schon damals nicht gerade die beste war. Von den Gründungsmitgliedern blieb bis heute leider nur der kleine Erpel dem Kreise (mit Unterbrechungen) treu. Hier Übrigens eins der Originaleinladungen: (die Telefonnummern stimmen beide nicht mehr) ;)
Tja - seit dem hat sich so manches ereignet.... Aber trotz der einen oder anderen Affäre mit anderen 4-räderigen Vehikeln blieb der Erpel seiner Civie Treu, und diese revanchierte sich durch eisernes Durchhaltevermögen. Mittlerweile ist Sie nur ungefähr mit der 1991 erworbenen vergleichbar, aber tief im inneren ist es immer noch die kleine Rote, die dem kleinen Erpel damals so verführerisch angeblinzelt hat.
Und Ihr seien diese Seiten gewidmet!
Mallard & Civie (FR-CV 862 /Ex- MTK-CV 32)
Tja - in der Zwischenzeit hat sich doch so einiges noch ereignet (es sind ja auch schon ein paar Jährchen seit der Erstellung des Textes ins Land geflossen)... Inzwischen hat sich der Stammtisch enorm vergrössert, wir haben mit grossem Erfolg bereits unser erstes eigenes Attila-Treffen veranstaltet (Bilder hier) - und mir sind inzwischen noch Liesel (84er Acadiane)
die ich mehr und mehr als Terffenauto nehme
sowie Gigi (63er Ami 6)
zugeflogen =) Allerdings ist mein "Projekt" (die 74er AK 400)
noch kein bisschen weiter gediehen...
Civie geht es aber immer noch gut - und vernachlässigt wird sie auch nicht! 
Stand: 05.02.2006